Ardagh Packaging Group schließt Produktionslinie für Stahldosen


Ende 2023 ist Schluss: Die Ardagh Metal Packaging Germany GmbH steigt aus der Produktion von Stahldosen aus. Das Unternehmen teilt mit, dass es beabsichtigt, die Produktionskapazitäten am Standort Weißenthurm anzupassen, indem es zum Ende dieses Jahres die Produktion einer Mischung aus Stahl- und Aluminium-Getränkedosen auf die Produktion von ausschließlich Aluminiumdosen umstellt. Der größte Arbeitgeber in der Stadt Weißenthurm reagiert damit auf die veränderte Lage am Weltmarkt, die die Verarbeitung von Stahl unrentabel macht und beschleunigt die Umstellung auf die Produktion von Aluminiumdosen. Mit der Einstellung der Stahllinie müssen 145 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis Ende des Jahres das Unternehmen verlassen. Der Standort Weißenthurm ist dennoch gesichert.

Die Corona-Pandemie hatte zu einem echten Dosenboom geführt. Um den damals aktuellen Marktanforderungen gerecht zu werden, erweiterte Ardagh die Produktionskapazitäten in Weißenthurm. Der globale Anbieter marktführender Metall- und Glasverpackungen investierte mehrere Millionen Euro in das Werk und stellte 2022 die Produktionslinie für Aluminiumdosen fertig. Mit dem Ukraine-Krieg entstanden Engpässe für die Lieferung von Stahl. Gleichzeitig stiegen die Rohstoffpreise: Stahl ist heute um rund 50 Prozent teurer als vor dem russischen Angriff auf das Nachbarland. Die Entwicklung der Energiepreise führte zu einem zusätzlichen Anstieg der Produktionskosten von Stahlgetränkedosen. Der Kunststoff PET, einst als wenig umweltfreundlich ins Hintertreffen geraten, ist heute wieder attraktiv. Die Ardagh Metal Packaging Germany GmbH hat daher entschieden, die nicht mehr wettbewerbsfähige Stahllinie am Standort Weißenthurm zu schließen und teilt mit, dass die vorgeschlagene Umstellung die Schließung der verbliebenen drei Stahl-Getränkedosenlinien zur Folge haben würde. Die dortigen Arbeitsplätze würden verloren gehen, während gleichzeitig einige Arbeitsplätze an den neu installierten Aluminiumlinien entstehen. Die vorgeschlagene Umstellung folgt auf einen Rückgang der Marktnachfrage nach Stahldosen aufgrund von Umweltvorschriften und gestiegenen Kosten, heißt es aus dem Unternehmen und weiter: „Aluminiumdosen stellen für die Kunden eine nachhaltigere Alternative dar.“ Die Unternehmensleitung habe mit den Arbeitnehmervertretern Gespräche über die Einzelheiten der Umstrukturierung aufgenommen, in deren Rahmen auch Ausgleichsmaßnahmen für die betroffenen Mitarbeiter verhandelt werden.

Von den rund 380 Fachkräften, die in der Rheinstadt angestellt sind, bekommen 145 die Kündigung. Damit reduziert sich die Belegschaft um fast 40 Prozent. „Das ist ein harter Schnitt für Weißenthurm und noch viel mehr für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Stadtbürgermeister Gerd Heim und drückte sein Bedauern aus. Trotz der schwierigen Entwicklung sei es aber ein wichtiges und gutes Signal, dass der Standort grundsätzlich erhalten bleibe. „Die Entscheidung, die Aluproduktion zu installieren, war ein zukunftsträchtiger Entschluss, der nun den Fortbestand des Werkes hier vor Ort sichert,“ betonte Heim. Auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, Thomas Przybylla, zeigte sich betroffen angesichts der zum Jahresende anstehenden Entlassungen. „Wir hoffen, dass die Ardagh-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter entweder in der Aluminiumdosenproduktion beschäftig bleiben können oder in anderen Unternehmen in der Verbandsgemeinde Stellen finden und werden alles tun, was wir seitens der Verwaltung an Unterstützung anbieten können“, erklärte Przybylla. VG-Wirtschaftsförderin Kim Lachmann steht den Ardagh-Fachkräften als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Kim Lachmann ist telefonisch erreichbar unter 02637 / 913-242, per Mail an kim.lachmann@vgwthurm.de oder wirtschaftsfoerderung@vgwthurm.de